Elba

06.07.2015

Am 22.6. startete wieder ein Konvoi des Plattlinger Tauchclubs mit Tonnen an Ausrüstung Richtung Süden. Heuer hatten wir keinen Leih-LKW. Die Ausrüstung hatten wir mittels Personenwaage genauestens gewogen und hauptsächlich auf einen LKW mit Anhänger von Walter und Pat sowie den Schwerlasttransportbus von Günter verteilt. Bei Günter waren bald alle Kisten gut gegen Rutschen gesichert, aber irgendwie wurde dabei aufgrund der österreichischen Schnellschnitttechnik die Antirutschmatte aus Walters Anhänger immer kürzer. Noch mal kurz den Anhänger austarieren (Flaschen vorne raus und hinten wieder rein) und dann konnte es schon losgehen.

Ohne größere Probleme erreichten wir dann alle Elba. Walter musste mit seinem Gespann zwar auf eine Wiegestelle des Zolls, aber Cessy sorgte dafür, dass trotz der etwas zu vielen Kilos alles straffrei über die Bühne ging. Alle kamen verletzungs- und fast sogar unfallfrei auf Elba an. Nur ein elbanisches Reh hatte Pech. Es wurde von Robert auf der Hinfahrt mittels großkalibriger BMW-Frontspoiler-Schusstechnik erlegt.

In unserer zweiten Heimat Elba wurden wir freudestrahlend von Miriana und Stefano in der Bar begrüßt und mit den ersten Capuccinos begann der Urlaub nun offiziell. Im Laufe des Tages wurde unsere Tauchbasis eingerichtet und wir begannen, die Boote zu Wasser zu lassen.

Hierbei hat es teilweise ganz schön gewindet und leichter Nieselregen gab uns die Gelegenheit, den bevorstehenden Tauchurlaub an der Bar mit ein, zwei Karaffen Vino Bianco einzuläuten. Plötzlich bildete sich hinter Gemini eine Windhose und erzeugte einen ordentlichen Wirbel an der Wasseroberfläche. Hat der Pfass etwa gesehen, dass noch nicht alle Boote im Wasser sind, und hat aus Porto Azzuro den Tornado geschickt, um uns wieder zum Arbeiten zu bringen? Könnte sein, denken wir, trinken aus und arbeiten weiter.

Boote zu Wasser lassen ist eigentlich ein wenig untertrieben. Man könnte eher sagen, dass die niederbayerische Flotte begonnen hatte, die Morconebucht einzunehmen. Neben den beiden vereinseigenen Mutterbooten Bolero und QuickSilver hatten auch die Reedereien Führmann & Koch, Würschinger und Kosler ihre privaten Landungsboote seetüchtig und für die bevorstehenden Tauchexpeditionen klar gemacht.

Am ersten Abend erinnerte uns Pfass in seiner betont ruhigen Art an die wichtigsten Regeln für die kommenden Tauchausflüge: Pünktlichkeit am Boot ist oberste Priorität und für jedes Sandkorn im Boot gibt’s Peitschenhiebe. Und wehe die Flasche wird komplett leer gesaugt, dann hat der arme Pfass daheim wieder des Gschieß mit Reparieren!

Frisch motiviert ging es am nächsten Tag zum ersten Eingewöhnungstauchgang nach Stella: Blei testen, Tarieren und ganz wichtig: wieder ins Boot kommen. Warum haben wir eigentlich keine Leiter, fragte Mirella. Die Antwort vom Capitano war knapp und deutlich, kann hier jedoch aus Jugendschutzgründen nicht zitiert werden.

Neben einigen Spaßtauchgängen mussten die Silber- und Goldanwärter ihre nötigen Prüfungstauchgänge absolvieren. Gold-Michel meisterte nach anfänglicher Nervosität die Planung und Durchführung des Nachttauchgangs mit Bravour und alle Teilnehmer kamen sicher wieder nach Hause. Auch die künftigen Zwei-Stern-Taucher absolvierten erfolgreich ihre Übungen, auch wenn sich die „Opfer“ nach der Rettung ins Boot in physiotherapeutische Behandlung begeben mussten. Standesgemäß wurde diese Leistung mit einigen „Salutes“ gewürdigt.

So ganz ungefährlich ist so ein Nachttauchgang ja wirklich nicht. Im Wasser ist das alles dank bester Ausbildung kein Problem, aber am Strand muss man nachts dann schon in Deckung gehen. Da kann schon mal etwas explodieren, wenn die Jugend sich am Strandfeuer versammelt. Buff hat's gemacht. Aber wir haben nix gemacht, wir haben da nix reingschmissn, wir wollten gerade gehen, das ist einfach so passiert, ... Bei solchen Donnerschlägen werden selbst die härtesten Männer weich, aber Papa Plank rettete die geschockten, aber zum Glück unverletzten Kämpfer.

Zur Abwechslung wagten acht Abenteuerlustige einen Ritt mit dem Banana-Boot, das von Capitano Stefano kurvenreich über das Wasser gejagt wurde. Zwei Teams traten gegeneinander an und am Ende gewann dank Drill-Sergeant Mel das Team mit den jüngeren Mitgliedern. Böse Zungen behaupten, dass Stefano die Gruppe mit den Männern härter rangenommen hat und diese deswegen öfter eine harte Landung hinlegen mussten. Bei einem Vino in der Bar wurden später die Wunden geleckt und auf den Erfolg des zweiten Bootes angestoßen.

Einen besonderen Tauchgang machten die Tek-Taucher rund um Pfass, die mit dem Scooter von Stella in die Morconebucht fuhren. Unser Ösi Stefan bestieg als Erster den Strand und wartete einige Zeit auf seine Wegbegleiter. Gerüchten zufolge bevorzugte er lieber das Flachwasser und sparte sich die lange Dekozeit.

Viele schöne Ausfahrten konnten wir 30 Taucher mit unseren Booten machen und haben die Riffe Stella, Fonza, Morcone, Remaiolo und den Affenfelsen betaucht. Der Kompressor arbeitete einwandfrei und der Fülldienst hatte ordentlich zu tun. Es wurde so viel getaucht, dass am Ende sogar der Sauerstoff für die Kreiseltaucher knapp wurde.

Die Bootsmotoren taten zuverlässig ihren Dienst und mussten heuer kein einziges Mal zur Reparatur raus an Land. Nur eine Batterie musste erneuert werden. Und Pfass fluchte über das Bolero, weil das Boot so wackelt wie ein Lämmerschwanz und nicht geradeaus fuhr. Das macht ihn so narrisch, dass er in der zweiten Woche nach Abschluss der Ausbildungstauchgänge aufs eigene Boot umsteigt und mal andere Bootsführer an die Pinne des Bolero mussten. So mancher Taucher merkte dann, dass das alles gar nicht so einfach ist und der Motor wirklich sauschwer ist.

Insgesamt waren es wieder super schöne und spaßige Tage bei herrlichem Wetter auf unserer Lieblingsinsel. Alle Boote waren dicht, genauso wie manche Taucher bei dem einen oder anderen Tauchgang am Morgen.

Die lauen Abende wurden meist in gemütlicher Runde genossen. An der Bar und an den Bungalows wurden einige Feiern auf die Beine gestellt. Steaks, Würstl und Wammerl wurden kiloweise verzehrt und mit einem kühlen Weizen runtergespült. Oft gingen die Lichter erst weit nach Mitternacht aus. Manchmal aber auch schon am frühen Abend so gegen acht! Die Anlage ist mal wieder ohne Strom! Ach ja, Bungalow 1 und 2, die grillen schon!

Bei schöner Musik und kühlen Getränken konnte man die herrlichen Abende auch wirklich genießen. Nur Helene Fischer kam mit Atemlos nicht so recht zum Zug, obwohl Kirsten das so gerne mal wieder gehört hätte. Atemlos passt auch nicht so gut zum Tauchen!

Sehnsüchtig warteten schon einige Elbafahrer über das ganze Jahr auf die Tanzveranstaltungen in der Morconebucht. Dieses Jahr war es aber noch zu früh. Der Tanz der 100-jährigen an der Bar und die tägliche Disco finden leider erst ab Mitte Juni statt.

Das hatte aber auch Vorteile: Morgens waren alle ausgeschlafen. Michi hatte in diesem Jahr sogar mehr Tauchgänge als Discobesuche gemacht. Zur Belohnung wurde der Asylantrag der Bungalowlosen befürwortet, und sie durfte ab der zweiten Woche im Beistellbett bei dem Saupreißen und seinem Kuschelhasen schlafen. Und da fällt die Klappe um Punkt Mitternacht, das Licht wird ausgemacht und ab NullUhrZwei schnarchen alle Drei.

War auch so nichts Dramatisches vorgefallen, so war es das Jahr der Autopannen. Von Dellen über defekte Turbolader, Batterieproblemen, heißen Bremsen, komischen Fehlermeldungen und Abschleppen durch ADAC waren insgesamt fünf Autos betroffen. Aber früher oder später kamen dann alle Elbafahrer mehr oder weniger gesund zu Hause an. Die Deggendorfer Autowerkstätten konnten daraufhin ein Umsatzhoch verzeichnen…

Ein herzliches Dankeschön im Nachhinein allen Organisatoren, Fahrern, Fuhrunternehmern, Ausbildern, Bootsführern und Anpackern. Ohne den unermüdlichen Einsatz aller dieser Personen wäre diese tolle Ausbildungsfahrt nach Elba nicht möglich gewesen.

Aber wie in jedem Jahr: Nach Elba ist vor Elba! Am 13. Mai 2016 geht es wieder los! Den  Termin am besten jetzt schon vormerken und rechtzeitig bei Michi anmelden!

Elba 2015
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