Filmvorführung "The Game Changers"

26.01.2020

Filmvortrag „The Game Changers“

Wir alle kennen es, ein Klischee das dem Begriff des „Veganers“ anhängt: blass, schmächtig, lange Haare, evtl. auch Sandalen, Batik-Shirts, Hippies und Bäume-umarmende-Illusionisten…
Für allemal aufgeräumt mit diesen Vorurteilen wurde am Sonntagabend, mit dem von u.a. James Cameron produzierten Krachers: „The Game Changers“. Der Film war bereits eine Woche nach Veröffentlichung, der erfolgreichste Film aller Zeiten, auf der Downloadplattform Itunes und räumt mit den hartnäckigen Mythen auf, dass es unmöglich sei, sportliche Bestleistungen zusammen mit einer rein-pflanzlichen Ernährung zu erzielen. Begleitet wurden hierbei, der Elite-Spezialeinheitstrainer und The Ultimate Fighter-Gewinner James Wilks, Profi-Boxer Bryant Jennings, Ultra-Marathonläufer Scott Jurek, Sprinterin Morgan Mitchell, Formel 1- Weltmeister Lewis Hamilton, der Stärkste Mann Deutschlands von 2011 Patrik Baboumian und viele weitere. 

Bereits ab dem Jahr 1908, sorgten die Leistungen pflanzenbasierter Sportler für Aufsehen in den Medien rund um die Welt und brachten auch bei Olympia schon die ersten Medaillen ein. Herausragend, Radfahrerin Dotsie Bausch, die mit ihren 39,5 Jahren, bis heute die älteste Goldmedaillengewinnerin bei Olympia ist- trotz, oder eher dank ihrer rein-pflanzliche Ernährung. „Als ich auf eine vegane Ernährung wechselte, wusste ich nicht, ob ich es überleben würde- stattdessen wurde ich zu einer Maschine!“

Wir erfuhren, dass Eiweiß/Protein nicht, wie ursprünglich behauptet, aus Fleisch von Tieren oder anderen tierischen Produkten kommt, sondern von Pflanzen. Jede Pflanze enthält alle für uns notwendigen (essentiellen) Aminosäuren, in unterschiedlichem Maße. Tiere fressen diese Pflanzen und wir essen die Tiere- könnten aber auch einfach die „Mittelsmänner“ weglassen und die Pflanzen direkt konsumieren. Solange ausreichend Aminosäuren aufgenommen werden, ist die Quelle dieser irrelevant, auch für Kraft-, und Ausdauersportler. „Um stark wie ein Ochse zu werden, musst du nicht den Ochsen essen, oder hast du schon mal einen Ochsen Fleisch essen sehen?“, so Patrik Baboumian. Weiter sagt er: „Wenn man diesen Gedanken weitergeht, müsste man auch davon ausgehen, dass man, um intelligent zu werden, die Gehirne von intelligenten Menschen essen müsste, was genauso absoluter Blödsinn ist.“ 
Wie sich nur eine einzelne Mahlzeit mit tierischen Produkten gegenüber einer rein-pflanzlichen Mahlzeit auf den Körper auswirkt, zeigt sich bereits unmittelbar nach der Mahlzeit in einer Blutprobe. Das Blutplasma, das sich nach Zentrifugieren oben in der Probe absetzt, ist bei einer Mahlzeit mit Fleisch getrübt und bei einer mit Bohnen klar und durchsichtig. Die Trübung ist das Fett, das im Körper zirkuliert und den Sauerstoffaustausch im Blut und in den Zellen beeinträchtigt. Außerdem wirkt es sich, zusammen mit dem tierischen Eiweiß, nachteilig auf die Endothelzellen in unseren Blutgefäßen aus. Das Endothel, ist die Innenverkleidung unserer Blutgefäße und u.a. verantwortlich für das Erweitern der Gefäße bei körperlicher Anstrengung. Wenn man also vor einer sportlichen Aktivität eine Mahlzeit mit tierischen Produkten konsumiert, verschlechtert das die Zirkulation und somit die Leistungsfähigkeit. Isst man tierische Produkte 3 mal am Tag, wird dieses getrübte Blut zum Dauerzustand… und führt zunehmend zu weiteren negativen Auswirkungen in unserem Körper. Pflanzliche Kost hingegen verbessert nachweislich die Endothelfunktion. „Proteine sind wichtig, aber noch wichtiger ist es, in welchem Paket sie daherkommen“, so Dr. Scott Stoll, Mannschaftsarzt des olympischen Teams der USA und ehemaliger Olympiakämpfer. Tierisches Eiweiß oder pflanzliches- welches Paket hilft dabei, Entzündungen im Körper zu reduzieren und die Regeneration zu verbessern? In der tierischen „Verpackung“ stecken zudem entzündungsfördernde Moleküle, wie Neu5Gc, Endotoxine und Hämeisen, wobei in der Pflanzlichen Stoffe, wie Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine dabei helfen, Entzündungen in den Muskeln und Gelenken zu lindern und sich zudem positiv auf unsere Darmflora auswirken.
Auch für Herzkrankheiten, spielen diese besagten Komponenten, sowohl der tierischen, als auch der pflanzlichen, eine große Rolle. Die einzige Ernährungsform, die es je geschafft hat, eine bestehende, weit fortgeschrittene Atherosklerose zu reversieren, ist eine pflanzliche. „Bereits nach der ersten Woche verbesserte sich die Durchblutung. Nach einem Jahr waren selbst ernsthaft verstopfte Kranzarterien schon messbar freier, und noch besser nach 5 Jahren. Die Leute der Kontrollgruppe taten das, was ihnen ihr Arzt befahl. Weniger rotes Fleisch, dafür aber mehr Huhn und Fisch, etwas Sport usw. Ihre Arterien waren nach einem Jahr stärker verstopft und noch mehr nach fünf Jahren.“
Aber wenn wir doch schon immer tierische Produkte gegessen haben, wieso scheinen sie dann so schlecht für unseren Körper zu sein? Anscheinend haben wir in der Vergangenheit doch weniger davon konsumiert, als wir annehmen. Die Wissenschaft bestätigt dies durch neuartige Analysen von Knochen, Zähnen und Werkzeugen. „Menschen sind weder genetisch, noch anatomisch oder physiologisch für den Fleischkonsum angepasst. Im Gegensatz dazu, besitzen wir viele Anpassungsmerkmale für den Konsum von Pflanzen.“ Ein langer Verdauungstrakt, der es uns ermöglicht Pflanzenbestandteile aufzuspalten und zu verwerten. Trichromatisches Sehen ermöglicht es uns, Farben zu sehen und damit reife Früchte zu erkennen, die unseren Bedarf an Vitamin C decken. Unser Gehirn akzeptiert ausschließlich Glukose als Energielieferant. Um am effektivsten Glukose aufzunehmen, empfiehlt es sich komplexe Kohlenhydrate zu essen- Vollkorngetreide, Kartoffeln, Obst.

Um das wichtige Vitamin B12 zu erhalten, sollte man bei einer rein-pflanzlichen Ernährung auf ein Nahrungsergänzungsmittel oder auf B12-angereicherte Lebensmittel zurückgreifen, da dies die sicherste Methode ist, einen Mangel vorzubeugen. Fälschlicherweise wird gerne behauptet, dass dieses Vitamin ausschließlich in tierischen Produkten vorkommt. Weder Pflanzen, noch Tiere bilden dieses Vitamin- es wird von Mikroorganismen, die im Boden leben, gebildet. Da wir auch nicht mehr aus Flüssen und Bächen trinken und unser Essen nahezu steril zubereitet wird, bekommen wir zwar deutlich weniger Krankheiten, wie Typhus oder Cholera, aber eben auch weniger B12. Vor allem ab der zweiten Lebenshälfte empfiehlt es sich auch für Mischköstler, B12 regelmäßig testen zu lassen. Auch die Tiere in der Massentierhaltung, die 98% der heutigen Tierhaltung ausmacht, bekommen dieses Vitamin entweder ins Futter beigemischt, oder gespritzt. Wieder sind Tiere- um an Vitamin B12 zu kommen- nur Mittelsmänner. Es besteht kein Grund sie zu essen. 
Ein weiterer Mythos, der sich in Bezug auf die pflanzliche Ernährung immer noch hält, ist das Thema Soja. 1. Als Veganer muss man kein Soja essen (genau wie Avocados oder Californische Mandeln, nebenbei bemerkt) 2. Soja für den menschlichen Verzehr, wird für uns hauptsächlich in Deutschland (auch Niederbayern), Österreich und Frankreich und meist biologisch angebaut. 92% des weltweit angebauten Sojas, kommt aus Südamerika, zerstört dort Lebensraum für Mensch und Tier und geht als Futter direkt in die „Aus“nutztierhaltung auf der ganzen Welt! 3. Soja enthält keine Östrogene (weibliches Geschlechtshormon). Es enthält Phytoöstrogene (Pflanzenöstrogene), die die „echten“ Östrogenrezeptoren blocken und den Östrogenspiegel senken. 4. Soja wird schon seit Jahrtausenden und in Form von Tofu, schon seit Jahrhunderten gegessen und das ist deutlich länger als Leberkäse- ist also keine neuartige Modeerscheinung. 5. Soja (nicht gentechnisch-verändert und nicht aus Monokultur) ist eine ganz normale Bohne, die super schmeckt, sehr nährstoffreich ist und dem Boden, auf dem sie angebaut wird, mit Stickstoff anreichert, was die Qualität des Bodens erhöht.

Es gibt über 20.000 essbare Pflanzenarten und 2000 Speisepilze auf der Welt- niemandem muss bei einem so großen Angebot langweilig werden. Jeder kann sich über die Vorteile zu diesen selbst ein Bild machen und sie nach seinem Belieben auswählen. Zu bestimmten Anbaumethoden mancher, kann man sich informieren und alternativ zu anderen Lebensmittel greifen. Schon jetzt könnten wir mit einer rein-pflanzlichen Ernährung alle Hungernden der Welt und insgesamt 10 Milliarden Menschen problemlos ernähren. Der Umweg über das Tier verschwendet bis zu 16kg Futter und 10.000 Liter Wasser, pro Kilogramm Fleisch. Die Treibhausgasemissionen der Tierhaltung sind mehr, als der gesamte weltweite Verkehr, zu Land, zu Wasser und in der Luft, zusammen! Durch eine pflanzliche Ernährung lassen sich die Klimaziele erreichen. Es würde so viel Agrarfläche frei werden, die so groß ist, wie der gesamte Kontinent Afrika. Ein Rückzugsort für wilde Tier- und Pflanzenarten könnte bestehen bleiben und weiter entstehen. Wir wären leistungsfähiger und gesünder. Es gibt schlichtweg keine Nachteile.
Wenn Massentierhaltung viel Leid bedeutet und weniger tierische Produkte weniger Leid, wieso sollte es dann extrem sein, sich komplett pflanzlich zu ernähren? Wäre es nicht einfach konsequent? Sind wir so süchtig danach, Leid zu verursachen und Tiere auszubeuten?

Wenn es für dich ok wäre, Tiere aus „guter Haltung“ zu essen, wäre es für dich dann auch ok, mit diesen Tieren die Seiten zu tauschen?
Um die immensen Dimensionen unseres Schlachtens der Tiere zu verdeutlichen, gab es noch ein Bonusvideo (keine Schockbilder), das die Zahlen verdeutlichte. Das Video „4 MINUTEN FÜR TIERE“, welches im Hallenbad Hengersberg aufgenommen wurde, gibt es hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=vgnWnOAOXKs 

„The Game Changers“ kann man auf Netflix finden und auf der Filmeigenen Website www.gamechangersmovie.com gibt es weitere Infos, sowie Rezepte zum problemlosen Start in eine neue, spannende und schmackhafte Ernährungsform.

Bericht: Daniel Kuchler