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Apnoekurs In- und Outdoor * - 2026

14.06.2026

Wie fühlt es sich an, den eigenen Atem loszulassen und dem Körper zu vertrauen?
Martina hat unseren Apnoekurs 2026 hautnah miterlebt und ihre ganz persönlichen Eindrücke für uns festgehalten.

 

Den Auftakt zum Apnoekurs 2026 beim Tauchclub Plattling machte ein intensiver Theorietag am 4. April. Acht Stunden lang beschäftigte sich die Gruppe mit der gesamten Bandbreite des Apnoetauchens – von Physiologie, Ausrüstung und Trainingsplanung bis hin zu Sicherheit im Buddy-Team sowie Strecken-, Tief- und Zeittauchen. Trotz der vielen Theorie verging der Tag erstaunlich schnell. Die Aufregung vor der abschließenden Prüfung war bei allen spürbar, doch umso größer war die Freude, als alle Teilnehmer erfolgreich bestanden hatten. Mit jedem Thema wuchs die Vorfreude darauf, das Gelernte endlich im Wasser umzusetzen.

Am 18. April folgte der erste Praxisblock bereits um 7:30 Uhr im Viechtacher Schulbad. Michaela, Martina, Nicki, Stefan, Fabian und Stephan trafen sich unter der Leitung von Apnoe-TL** Günther Lemberger, unterstützt von Sabine und Sümeyya, unseren 4-Stern-Anwärterinnen. Nach einer gemeinsamen Begrüßung und Dehnübungen ging es zunächst ans Ausbleien. Tarierung und Trimmung mussten sorgfältig eingestellt werden, bevor man sich vom Beckenrand stößt, um eine optimale Gleitphase zu erreichen und so möglichst kraft- und sauerstoffsparend zu tauchen. Anschließend standen Schwimmtechnik, Wendetechniken und die aktive Sicherung des Buddys auf dem Programm.
Zum Abschluss stellte sich jeder den geforderten Strecken. Als ich hörte, welche Distanz zu bewältigen war, war ich überzeugt, dass ich das niemals schaffen würde. Doch mit jeder Übung wuchs das Vertrauen in die eigene Technik und in den Buddy. Als ich schließlich das Ziel erreichte, war ich überwältigt. Der Stolz war so groß, dass mir tatsächlich die Tränen in den Augen standen. In diesem Moment wurde mir bewusst, wie viel mehr möglich ist, wenn man sich auf den eigenen Körper einlässt und seine Zweifel überwindet. Für besondere Perspektiven sorgte Vorstand Daniel, der die Einheit mit der Unterwasserkamera begleitete und für tolle Bilder sorgte.

Um 18:00 Uhr stand in der zweiten Einheit das Thema Retten auf dem Programm. Nach einem 500-Meter-Schnorcheltest lernten wir, einen bewusstlosen Apnoetaucher sicher an die Wasseroberfläche zu bringen, ihn 25 Meter zu transportieren und am Beckenrand zu versorgen. Die Rettungsübung hatte ich deutlich unterschätzt. Bereits nach wenigen Metern wurden die Arme schwer und die Kräfte ließen nach. Mir wurde eindrucksvoll bewusst, welche körperliche Anstrengung hinter einer Rettung steckt und wie wichtig regelmäßiges Training und eine gute Technik sind.

Im Mai folgten zwei Statikeinheiten, die das Zeittauchen in den Mittelpunkt rückten. Weniger Bewegung, dafür umso mehr Konzentration, Entspannung, Körpergefühl und mentale Herausforderung. Wir übten Bauch- und Vollatmung, Feueratmung sowie verschiedene Entspannungstechniken im Wasser. Besonders fasziniert hatten mich die unterschiedlichen Atemtechniken. Vor dem Kurs war mir nicht bewusst, wie stark eine bewusste Atmung Körper und Geist beeinflussen kann. Mit der richtigen Atmung sank der Puls, die Anspannung ließ nach und es stellte sich eine erstaunliche innere Ruhe ein. Mir wurde schnell klar, warum Günther immer wieder darauf hinwies, ich sollte nicht so viel reden – schließlich verbraucht jedes Wort unnötig Luft und Energie. Was zunächst wie ein lockerer Spruch klang, bekam während des Kurses eine ganz neue Bedeutung. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass erfolgreiches Tauchen nicht mit möglichst viel Kraft, sondern mit Ruhe, Konzentration und bewusster Atmung beginnt.
Zu den eindrucksvollsten Erfahrungen gehörte für mich das erste bewusste Erleben des Zwerchfellzuckens – jenes natürlichen Warnsignals des Körpers beim Luftanhalten. Dank Günthers ausführlicher Erklärungen wusste ich, was mich erwartete, sodass aus anfänglicher Unsicherheit schnell Vertrauen in den eigenen Körper wurde. Die zweite Statikeinheit widmete sich der Rettung eines Tauchpartners während eines Statikversuchs sowie der sicheren Rettung aus dem Becken. Dabei waren Sabine und Sümeyya mit ihrer Erfahrung und ihrer ruhigen Art eine wertvolle Unterstützung für uns alle.
Schon zu diesem Zeitpunkt konnte ich sagen, dass mir der Kurs unglaublich gut gefallen hat. Ich habe gelernt, meinem Körper zu vertrauen und Ruhe zu bewahren. Gleichzeitig ist aus einer Gruppe von Kursteilnehmern ein echtes Team geworden. Wer weiß – vielleicht ist dabei sogar der Grundstein für die ein oder andere Freundschaft gelegt worden.
Umso mehr freute ich mich dann auf den zweiten Teil der Ausbildung im Freiwasser. Ich war gespannt, welche neuen Herausforderungen dort auf uns warteten.

Nach den intensiven Theorie- und Halleneinheiten begann Anfang Juni schließlich der Outdoor-Teil des Apnoekurses. Am 7. und 14. Juni trafen wir uns am Weiher, um die erlernten Fertigkeiten erstmals unter Freiwasserbedingungen anzuwenden. Anders als im Hallenbad stellten Wassertemperatur, der dicker Anzug, die Sichtverhältnisse und die größere Tiefe neue Anforderungen an Konzentration, Technik sowie Sicherheits-, sowie Selbstbewusstsein.
Wie bereits in den Halleneinheiten begann jeder Ausbildungstag mit gemeinsamen Dehnübungen und Atemübungen. Ziel war es, den Körper zu entspannen, die Beweglichkeit zu fördern und sich körperlich und mental auf die bevorstehenden Tauchgänge vorzubereiten. Erst danach ging es ins Wasser, wo zunächst die Ausrüstung kontrolliert und die Buddyteams eingeteilt wurden. Eine ausführliche Sicherheitsbesprechung sowie die Wiederholung der Rettungs- und Kommunikationsabläufe bildeten die Grundlage für alle weiteren Übungen.
Im Mittelpunkt stand das Strecken- und Tieftauchen im Freiwasser. Bevor jedoch die eigentlichen Tauchgänge beginnen konnten, galt es zunächst, die individuell richtige Bleimenge zu ermitteln. Das sorgfältige Tarieren war eine wichtige Voraussetzung, um eine optimale Wasserlage zu erreichen und die Übungen sicher sowie kraftsparend durchführen zu können. Schritt für Schritt gewöhnten wir uns an die ungewohnten Bedingungen. Ziel der Ausbildung war es, kontrolliert eine Tiefe von zehn Metern zu erreichen und eine Strecke von 20 Metern in einer Tiefe von fünf Metern sicher und sauber zurückzulegen. Dabei zeigte sich wieder schnell, dass nicht Kraft, sondern eine entspannte und technisch saubere Ausführung und die richtige Tarierung über den Erfolg entschied. Mit jedem Abtauchen verbesserten sich langsam Technik und Umsetzung ebenso wie das Vertrauen und das Zusammenspiel der Tauchpartner innerhalb des Teams.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Sicherheit. Jeder Tauchgang wurde durch den Buddy abgesichert und durch ihn ab der Hälfte der Tauchtiefe bis zur Boje begleitet. 
Zusätzlich wurde jeder Tauchgang komplett durch Günther abgesichert. Die Beobachtungen des Tauchpartners wurden nach jedem Durchgang gemeinsam besprochen. Gerade im Freiwasser zeigte sich, wie wichtig eine zuverlässige Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen für ein sicheres Apnoetauchen sind.
Zum Ausbildungsprogramm gehörte außerdem die Rettung eines verunglückten Apnoetauchers – eine Übung, die eindrucksvoll zeigte, wie anspruchsvoll der Sicherheitsgedanke im Apnoetauchen tatsächlich ist. Nach der Demonstration von Günther und Sabine mussten wir den „bewusstlosen“ Tauchpartner aus der Tiefe zur Boje retten und anschließend über eine Strecke von 25 m ans Ufer transportieren. Das Ufer war leider weiter weg als im Kursziel benötigt, Günther ließ uns aber die Übung bis zum Ende durchziehen, da er uns begreiflich machen wollte, was es wirklich heißt, jemanden zu retten. Was zunächst nach einer überschaubaren Aufgabe klang, entwickelte sich schnell zu einer enormen körperlichen Herausforderung. Das zusätzliche Gewicht des Tauchpartners, das mitgeführte Blei und der stetige Kraftaufwand verlangten mir alles ab. Mehr als einmal schien die Kraft zu schwinden und der Gedanke aufzukommen, das Ziel nicht mehr zu erreichen. Gerade die Rettungsübung hat mir eindrucksvoll vor Augen geführt, welche Verantwortung jeder Taucher für seinen Buddy trägt – eine Erfahrung, die mich weit über diesen Kurs hinausbegleiten wird.
Mit den beiden Freiwassertagen wurde ein weiterer wichtiger Ausbildungsabschnitt erfolgreich abgeschlossen. Wir konnten alle unter realen Bedingungen wertvolle Erfahrungen sammeln. Die Kombination aus Technik, Entspannung und konsequenter Sicherheitsarbeit zeigte eindrucksvoll, wie vielseitig und faszinierend das Apnoetauchen ist.

Geprägt wurde der Kurs vor allem durch unseren Ausbildungsleiter Günther Lemberger.
Günther hat mit seiner ruhigen, motivierenden Art eine Atmosphäre geschaffen, in der ich mich jederzeit sicher gefühlt habe. Er erklärt geduldig, beobachtet aufmerksam und gibt genau die Hinweise, die man in dem Moment braucht. Seine Gelassenheit überträgt sich sofort – und gerade beim Apnoetauchen ist das unbezahlbar.
Er hat uns nie gedrängt, sondern immer ermutigt, unseren eigenen Rhythmus zu finden. Diese Art der Begleitung hat mir geholfen, meine anfänglichen Unsicherheiten abzulegen.

Für mich persönlich war dieser Kurs eine intensive und äußerst bereichernde Erfahrung. Er hat nicht nur meine Fähigkeiten erweitert, sondern auch gezeigt, wie wichtig Ruhe, Körpergefühl und gegenseitiges Vertrauen unter Wasser sind. Mit vielen neuen Eindrücken freue ich mich nun auf meinen eigentlichen Geräte-Tauchkurs und bin überzeugt, dass mir die im Apnoekurs erlernten Techniken dabei zugutekommen werden. Wer das Tauchen liebt oder es kennenlernen möchte, dem kann ich einen Apnoekurs nur empfehlen – nicht als Ersatz, sondern als wertvolle Ergänzung, die den Blick auf das Tauchen nachhaltig verändert.

Bericht Martina Schambeck